Vom Regierungs- zum Finanzberater

Der Chef des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung - auch Rat der Wirtschaftsweisen genannt - strebt in die Wirtschaft. Bert Rürup dient künftig dem Finanzvertrieb AWD.

Der Erfinder der "Rürup-Rente" wird ein Jahr früher als vorgesehen Ende Februar 2009 den Vorsitz des Beratergremiums niederlegen, um am 1. April seinen neuen Job als AWD-Chefökonom zu übernehmen. Er soll dort vor allem für Russland und China zuständig sein, von denen sich sein künftiger Arbeitgeber hohe Gewinne verspricht, weil sich dort zum Beispiel die private Altersvorsorge gerade erst zu entwickeln beginnt. Rürup ist auch offizieller Berater der chinesischen Regierung in Sachen Altersvorsorge. Sein Kollege Klaus Zimmermann, Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, kann gut verstehen, dass man am Ende eines erfolgreichen Arbeitslebens auch monetär noch einmal etwas zulegen will, so zitiert ihn die Wirtschaftszeitung Handelsblatt. Der AWD verdient sein Geld durch die Vermittlung von Geldanlagen, wobei das Unternehmen angeblich immer ganz objektiv das günstigste Angebot für den Kunden empfiehlt - unabhängig von der Höhe der Provision, die Banken oder Versicherer bei Vertragsabschluss zahlen. Kritiker hegen daran gelinde Zweifel.


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